Lichtbogenschweißen nach DGUV Information 209-010

Lichtbogenschweißen birgt erhebliche Gefahren für das Schweißpersonal. Vor diesem Hintergrund hat das Sachgebiet „Oberflächentechnik und Schweißen“ des Fachbereichs „Holz und Metall“ der DGUV die DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen“ ausgearbeitet. Sie unterstützt die Schweißaufsicht und das Schweißpersonal darin, die mit den Lichtbogenverfahren verbundenen Gefahren zu erkennen, einzuschätzen sowie erforderliche Schutzmaßnahmen zu treffen.

Schadensfall – Sanierung einer Stauklappe

Nietkonstruktion wird durch eine Schweißausführung ersetzt – Bei der Überprüfung der Stauklappen wurde an einer Stauklappe ein größerer Schaden entdeckt. Bei dem am Hauptlager der Klappe 4 festgestellten Schaden handelt es sich um einen kompletten Bruch der beiden lastabtragenden Lagerblechwangen der im Staubalken rückverankerten Lagerböcke. Der Schadensumfang war so groß, dass die Klappe 4 trockengelegt werden musste und nicht mehr betrieben werden konnte.

Aus der Praxis einer Schweißaufsichtsperson

Welches Risiko man bei der Zulässigkeit von Fehlern als akzeptabel bezeichnet unterliegt in der Praxis immer einer persönlichen Entscheidung. Die Praxis zeigt jedoch, dass eine Absicherungsmentalität besteht und dabei werden bei Inspektionen festgestellte Befunde auf Grundlage normativer Anforderungen als unzulässig eingestuft. Der Beitrag zeigt anhand von Beispielen, wie man mit Fehlern leben kann und dass nicht alles perfekt sein muss.

Kollaborative Roboter in der Schweißbranche

Roboterzellen zum MSG- und WIG-Schweißen sind meist in Großbetrieben für Bauteile in hohen Losgrößen zu finden. Um eine möglichst hohe Produktivität zu erreichen, sind diese Anlagen auf kurze Taktzeiten und eine hohe Präzision optimiert. Die vom Roboterhersteller speziell für das Schweißen verfügbare Software erleichtert die Integration der Schweißstromquelle, die Inbetriebnahme der Anlage und das Einrichten neuer Bauteile.

Absaugung von Schweißrauchen

Beim Schweißen werden Werkstoffe durch Aufschmelzen miteinander verbunden. Bei diesem Prozess verdampft und verbrennt ein Teil des Materials. Dabei entstehen gesundheitsgefährdende Rauche, Gase und Stäube, die möglichst nicht in die Atemwege der Beschäftigten gelangen sollten. Um die Gesundheitsgefährdung des Schweißpersonals zu minimieren, sind technische, organisatorische oder auch persönliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Ermüdungsschaden an einem Baggerausleger

Schadensfall aus der Praxis: An einem Bagger, der im Umschlagbetrieb eingesetzt wurde, entstand nach relativ kurzer Zeit ein Bruch des Auslegers. Zur besseren Krafteinleitung wurde der Ausleger im hoch beanspruchten Bereich mit Versteifungsblechen verstärkt. Der Dauerbruch beginnt genau am Ende des Versteifungsblechs an der Querschweißnaht. Die Ursachen liegen in den sehr hohen Zugeigenspannungen im Nahtübergang und in der Kerbwirkung der Schweißnaht.

Gravierende Schweißfehler an einer Aufstiegsleiter

Schadensfall aus der Praxis: Eine Stahlbaufirma fertigte fest angebrachte Aufstiegsleitern an einem Neubau. Ein Mitarbeiter wollte auf das Dach des Gebäudes steigen und hielt sich oben am Ende der Leiter an den Halterohren fest. Beide Halterohre brachen ab, der Mitarbeiter stürzte rückwärts auf den Boden und verletzte sich schwer. Als Werkstoff wurde Aluminium verwendet. Die Bruchfläche zeigt, dass nur eine minimale Durchschweißung (max. 10 %) vorhanden war.

Sicher Spannen, Drehen und Wenden von Schweißteilen

In der Praxislösung „Die Schweißaufsicht im Betrieb“ finden Sie eine Vielzahl an Arbeitshilfen, die Sie bei Ihrer Arbeit als Schweißperson unterstützen. Dazu gehören Arbeitsanweisungen, Betriebsanweisungen, Checklisten, Gefahrstoffbetriebsanweisungen, Maschinenbetriebsanweisungen, Schweißanweisungen sowie Unterweisungen. Beispielhaft stellen wir Ihnen die Unterweisung im sicheren Spannen, Drehen und Wenden von Schweißteilen zur Verfügung.

Die aktuelle DIN EN ISO 14343:2017-08

Die Norm DIN EN ISO 14343:2017-08 legt Anforderungen zur Einteilung von Drahtelektroden, Bandelektroden, Drähten und Stäben zum Metall-Schutzgasschweißen, Wolfram-Inertgasschweißen, Plasmaschweißen, Unterpulverschweißen, Elektroschlackeschweißen und Laserstrahlschweißen korrosionsbeständiger und hitzebeständiger Stähle fest. Die Einteilung beruht auf der chemischen Zusammensetzung.

Qualifizierung von Schweißverfahren

In den Ausführungsklassen EXC2, EXC3 und EXC4 dürfen Schweißungen nur mit Schweißanweisungen ausgeführt werden, die durch eines der in den Ausführungsnormen zugelassenen Verfahren qualifiziert wurden. In der Ausführungsklasse EXC1 ist die Qualifizierung von Schweißverfahren zwar nicht erforderlich, darf aber in den Ausführungsunterlagen festgelegt werden. Zur Gültigkeit der genannten Qualifizierungen geben die relevanten Ausführungsnormen Auskunft.

Entstehung und Typen von Korrosion

Sie ist ein ungebetener Gast, der sich aber früher oder später einnisten und bleiben möchte: Wo Metall ist, will sich auch Korrosion breitmachen, zum Leidwesen von Wirtschaft, Ökologie, Gesundheit und Sicherheit. Experten gehen davon aus, dass Korrosion bei Unternehmen, der öffentlichen Hand und Privathaushalten in Industrieländern Kosten in Höhe von 3 bis 4 % des Bruttoinlandsprodukts verursacht. Die Korrosion bewirkt z.B., dass eine Pipeline undicht wird und Öl ausfließt.

Persönliche Schutzausrüstung beim Schweißen

Um einen sicheren Arbeitsplatz zu gewährleisten, muss den Angestellten die entsprechende persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Augenschutz, Atemschutz, Schutzschuhe, Handschuhe sowie ein Arbeitsanzug zur Verfügung gestellt werden. Zum Schutz der Augen und des Gesichts vor der schädlichen Wirkung starker optischer Strahlung beim Schweißen dienen Augenschutzschilde, -schirme und -hauben mit Schweißerschutzfiltern.

Bedienerprüfung nach ISO 14732

Die Norm beschreibt Anforderungen an die Prüfung von Bedienern und Einrichtern zum mechanischen und automatischen Schweißen von metallischen Werkstoffen. Die Prüfung von Bedienern und Einrichtern von Schweißeinrichtungen muss nach einer in Übereinstimmung mit der ISO 15609 vorbereiteten pWPS oder WPS erfolgen. Mit zur Qualifizierungsprüfung gehört der zwingende Nachweis der Funktionskenntnisse bezogen auf die Schweißeinrichtung.

Weiterentwicklungen im CMT (Cold Metal Transfer)

CMT beschreibt einen Schweißprozess, dessen Wärmeeintrag gering ist. Beim konventionellen Kurzlichtbogenprozess wird der Draht kontinuierlich zum Werkstück gefördert. Wenn ein Kurzschluss entsteht, wird der Strom erhöht, um den Kurzschluss aufzubrechen und den Lichtbogen wieder zu zünden. Beim CMT-Prozess hingegen werden Tropfenablöse und Wiederzündung kontrolliert durch eine Rückwärtsbewegung der Drahtelektrode erzielt.

Aktuelle Normenübersicht für das Schmelzschweißen

Normen sind anerkannte Regeln der Technik und im Allgemeinen als Empfehlungen anzusehen. Sie sind bewährte Lösungen für häufig wiederkehrende Aufgaben. Ihre Anwendung führt in allen Bereichen zu sinnvollen Vereinheitlichungen und bringt daher Kosteneinsparungen. Die Normung von Einzelteilen, Baueinheiten bzw. Gruppen, ganzer Erzeugnisse und von Betriebsmitteln ermöglicht die Serien- und Massenfertigung und die damit verbundene Automatisierung.

Schweißprozess MIG-Schweißen von Al-Werkstoffen

Aluminium ist ein Werkstoff, der sich von bekannten – wie Stahl – gravierend unterscheidet. Diese speziellen Eigenschaften, wie z.B. niedrige Dichte, hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit, die die Anwendung von Al-Werkstoffen sehr beeinflussen, haben auch auf den Schweißprozess MIG-Schweißen gravierende Einflüsse. Al-Werkstoffe haben die Entwicklung der Schweißgeräte und -ausrüstung geprägt und beeinflussen die Arbeitstechnik und die Strategien beim MIG-Schweißen.

Aufgaben der Schweißaufsichtsperson

Die DIN EN ISO 14731 enthält in Anhang B einen Aufgaben- und Maßnahmenkatalog für die Arbeit der Schweißaufsicht. Die Bestimmungen sind zu beachten, soweit sie für den Hersteller bzw. den Produktionsprozess zutreffen. In einzelnen Abschnitten wird die Formulierung „muss in Betracht gezogen werden“ verwendet. Das macht deutlich, dass die Vorgaben Allgemeincharakter besitzen, d.h. die Anwendung anhand der jeweiligen Aufgabenstellung zu prüfen ist.

Schweißen von Titan und Titanlegierungen

Titan ist besonders für außergewöhnliche Anforderungen geeignet. Denn der weiß-metallisch glänzende Werkstoff weist zahlreiche Vorteile auf. Titan verfügt über eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit. An der Luft bildet Titan eine äußerst beständige oxidische Schutzschicht aus. Daher ist es in vielen Medien korrosionsbeständig. Allerdings stellt sich bei Temperaturen über 300 °C eine hohe Sauerstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff- oder Kohlenstoffaufnahme ein.